EmK BraunschweigSie sind hier: Startseite > Archiv von Andachten > Andacht Mai 2020 Andacht Mai 2020Dient einander als gute Verwalter der vielfältigen Gnade Gottes, jeder mit der Gabe, die er empfangen hat!
Ihr Lieben, Gnade ist eines der wenigen Dinge, die mehr werden, wenn man sie verschenkt. Und wie wir im Monatspruch für den Mai lesen können, gibt es auch nicht die eine Gnade Gottes, sondern die Gnade Gottes ist vielfältiger Natur. Was sind aber denn nun die vielfältigen Facetten der Gnade Gottes? Wie sieht denn die Gnade Gottes aus? Der Anfang unseres Monatsspruchs bringt uns da auf die Fährte. „Dient einander als gute Verwalter...“ Was glaubst du, macht einen guten Verwalter, eine gute Verwalterin aus? Das erste ist doch sicher, dass er das, was ihm oder ihr anvertraut wurde, gut bewahrt, und wenn etwas zu Schaden kommt. wieder in Ordnung bringt. Aber er soll auch seine Weisheit, seinen Mut und seine Entschlossenheit einsetzen, um das ihm zur Verwaltung anvertraute Vermögen nicht nur zu erhalten, sondern es zu vermehren und möglichst gute Gewinne zu erwirtschaften. Gottes Gnade wirkt im MiteinanderDer Verfasser des 1. Petrusbriefes gebraucht dieses Bild aus dem antiken Wirtschaftsleben, um alle Mitglieder der christlichen Gemeinden anzusprechen. In seiner Gemeindeermahnung, die von Vers 7-11 reicht, fordert er die Christen auf, aus der Hoffnung des Glaubens heraus ihr Zusammenleben so zu gestalten, dass die Liebe deutlich wird, die die Gemeindemitglieder miteinander verbindet. Dazu gehört sowohl die Fürbitte füreinander (V. 7) wie die liebevolle wechselseitige Vergebung der Sünden (V. 8) und die Bereitschaft, die bedürftigen Gemeindemitglieder zu versorgen, ohne dabei zu murren (V. 9). Wir als Nachfolgende Jesu Christi sind diese Verwaltenden. Wenn du „Ja“ zu Jesus gesagt hast, hast du gleichzeitig auch „Ja“ zu diesem Job gesagt: Alle Gläubigen sollen die Gaben, die Gott ihnen gegeben hat, nicht für sich behalten, sondern sie so einsetzen, wie es ein guter Verwalter täte. Und hier sind wir bei der Vielfalt angelangt, denn Gott hat allen Gemeindemitgliedern mannigfache Gaben gegeben. Diese sind eben ganz verschieden, aber haben eine Gemeinsamkeit: Sie lassen sich alle zum Dienst für andere einsetzen. Wer über die Gabe des Betens verfügt, kann die anderen in seine Gebete einschließen. Wer die Gabe der Liebe hat, soll den anderen vergeben. Und wer über ein Haus oder die notwendige Finanzkraft verfügt, soll den Bedürftigen Gastfreundschaft erweisen. Und die Liste ließe sich mit weiteren Gaben verlängern. Lest dazu doch mal im 1. Korintherbrief, Kapitel 12, die Verse 1 bis 31. Gottes Gnade will erlebbar werdenUnd nun kommen wir zu einem Knackpunkt des Ganzen, denn entscheidend ist die Haltung, aus der heraus die Gemeindemitglieder ihre Gaben einsetzen sollen. Wir neigen schnell dazu, die Gaben, die Gott uns zur Verfügung gestellt hat, für uns zu benutzen. Um unser Ego aufzupolieren, uns als besonders gnädig und gut darzustellen oder schlimmstenfalls die Gaben nur dann zu gebrauchen, wenn wir eine Gegenleistung dafür erhalten oder erwarten. Doch weil sie unverdiente Gnadengaben Gottes sind, sollen sie so gebraucht werden, dass neue Gnade entsteht. Wie schon zu Beginn erwähnt: Gnade lässt sich nicht dadurch vermehren, dass man sie knapp hält, um ihren Preis hochzutreiben, sondern nur, indem man sie kostenlos weiterverschenkt. Gott hat dir aus seiner Gnade heraus spezifische Gaben geschenkt und deine Aufgabe ist es nun, diese Gaben in erlebbare Gnade umzuwandeln. Nur im Dienst aller an allen kann die Vielfalt der Gnadengaben von allen erlebt werden. Nur wenn niemand seine Gaben für sich behält, erhalten alle an allen Gaben Anteil. Nur so wird dann auch die bunte Vielfalt der Gnade Gottes von allen erkannt werden. Gottes Gnade will verschenkt werdenDie Vielfalt der Gnade Gottes wird also nur in unserem Kollektiv deutlich. Das finde ich bemerkenswert und es zeigt mir wieder einmal, wie wichtig Gott unsere Gemeinschaft ist. Aber auch in welcher Verantwortung wir als Christen und Christinnen stehen. Und gleichzeitig macht mich diese Aufforderung auch traurig, denn wie oft haben wir in unserer Gemeinde Menschen schon den Blick auf die Gnade Gottes verwehrt, weil wir selbst sehr ungnädig miteinander umgegangen sind. Diese Ethik eines gnädigen, sich wechselseitig beschenkenden Miteinanders, die uns der 1. Petrusbrief hier vor Augen stellt, ist halt doch nicht immer so einfach zu leben und umzusetzen. Vielleicht hilft es uns, wenn wir uns deutlich machen, dass nur das geteilt werden soll, was zuvor verliehen wurde. Nur das, für das alle als Verwalterinnen und Verwalter der Gnade Gottes Verantwortung tragen, soll eingebracht werden. Und das ist nur möglich – das macht der abschließende Vers 11 deutlich –, weil jeder Dienst, der aus der Gnade Gottes heraus geschieht, letztlich von der Kraft lebt, die Gott schenkt. Und das immer und immer wieder neu. Euer Pastor Dirk Liebern |
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