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Liebe Leserin, lieber Leser ! Mit seinem Bekenntnis zu Gott, zu dem einen Gott, dem Gott Abrahams und Isaaks, dem Gott, der das Volk Israel aus Ägypten herausgeführt hatte, formulierte König David, der diesen Satz in einem Gebet aussprach, etwas, was in der damaligen Zeit praktisch einzigartig war. Denn, dass „alles voller Götter“ sei, war bei allen anderen Völkern ringsherum allgemeiner Grundkonsens. Uns erscheint dagegen die Alternative „Es gibt entweder einen einzigen Gott oder gar keinen“ so selbstverständlich, dass uns die Deutlichkeit des Bekenntnisses zu einem einzigen Gott gar nicht mehr auffällt. Ist es nicht so, dass es echte Heiden, so wie sie die Bibel beschreibt, heute doch längst nicht mehr gibt? Selbst die heutigen Atheisten glauben nicht an viele Götter. Sie sind nur Leugner des einen Gottes. Vielleicht kann man noch bei Reisen in ferne Länder Menschen beobachten, deren Leben von Furcht vor dem Zorn und von Hoffnung auf die Gunst von Göttern bestimmt ist. Aber ansonsten ist die Welt, in der wir leben, götterlos. Welcher ist dein Lieblingsgott? Meinen wir jedenfalls! Doch dabei sind uns die Mächte, wie sie beispielsweise die Griechen des Altertums in ihren Tempeln verehrten, keineswegs gleichgültig: Asklepios, der Gott der Gesundheit, Hera, die Göttin des Familienlebens, Plutos, der Gott des Reichtums, Aphrodite, die Göttin der Schönheit und Liebe, Dionysos, der Party-Gott, Demeter, die Göttin der Nahrung, Apoll, der Gott der Musik, Athene, die Göttin der Technologie, Ares, der Militärgott. Und welcher ist dein Lieblingsgott? Die Verehrung anderer Götter hat meines Erachtens nie aufgehört. Sie heißen heute nur anders. Und diese Anbetung hat einen riesigen Vorteil. Sie ist einseitig. Sie hat praktisch nur eine Richtung der Verantwortung und das ist die Verantwortung für mich selbst. In dieser Hinsicht gibt es tatsächlich keine Götter mehr, denen ich verpflichtet bin, oder denen ich die Schuld an meinem Versagen geben kann. Doch die Inhalte, die sie verkörpern, sind immer noch genau so aktuell wie zu Zeiten der Antike. Der einzig wahre Gott „Es ist keiner wie du“, sagt David: Keine dieser Gottheiten ist wie der eine wahre Gott, und auch alle zusammen sind sie es nicht. Dass es nur einen Gott gibt, bedeutet jedoch nicht, dass wir anstelle der vielen Götter nun einen einzigen Multifunktionsgott verehren. Und dieser hat jetzt die Aufgabe der Erfüller all unserer Wünsche und Sehnsüchte zu sein. Das wäre ein monotheistisches Neo-Heidentum, aber nicht Glaube an den wahren einen Gott. In seiner Auslegung des ersten Gebots erklärt Martin Luther, was es heißt, keine anderen Götter zu haben. Er beschreibt das in etwa so: Mancher hat einen Gott und der heißt Geld oder Besitz oder Gesundheit oder, oder ... Das ist es, woran er sein Herz hängt, was ihm wirklich wichtig ist im Leben. Das ist sein Gott, auf den er vertraut. Aber auch, wer darauf traut, dass er große Fähigkeiten, Klugheit, Macht, Beliebtheit, Freundschaft und Ehre hat, der hat auch einen Gott, aber nicht den wahren, einen Gott. Das siehst du daran, wie vermessen, sicher und stolz man ist auf solche Güter, und wie verzagt, wenn sie nicht mehr vorhanden sind oder entzogen werden. Den einen Gott haben, heißt, etwas haben, worauf das Herz gänzlich traut. Allein auf Gott zu vertrauen und sich von ihm in die Freiheit von den Abgöttern unseres Herzens führen zu lassen, darauf kommt es an. Amen. Ihr und euer Pastor Dirk Liebern (Bildnachweis: privat) |
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