EmK BraunschweigSie sind hier: Startseite > Archiv von Andachten > Andacht März 2026 Monatsandacht März 2026Jesus weinte Johannes 11, 35 „Jesus weinte.“ – der Monatsspruch für den März besteht aus nur zwei Wörtern. Und doch ist er einer der bewegendsten Verse der ganzen Bibel. Wir erleben Jesus in vielen Situationen als souverän. Er hat den Überblick. Er handelt klar, liebevoll, nie überheblich, nie belehrend. Er spricht mit Autorität, heilt Kranke, stillt Stürme, speist Tausende. Einer, der alles im Griff hat – und dabei voller Gnade bleibt. Auch in der Geschichte um Lazarus steht diese Souveränität im Raum. Jesus weiß längst, was geschehen wird. Er weiß, dass er seinen Freund vom Tod auferwecken wird. Er weiß, dass diese Geschichte nicht im Grab endet, sondern in Staunen und Freude. Und doch – er weint. Nicht aus Verzweiflung. Nicht aus Hoffnungslosigkeit. Aber aus echter Traurigkeit. Der Tod seines Freundes schmerzt ihn. Und mehr noch: Er sieht die Tränen von Maria und Marta. Er hört das Schluchzen der Menschen. Er spürt den Schmerz des Verlustes. Jesus weint aus Empathie. Er fühlt, was andere fühlen. Er lässt das Leid an sich heran. Das ist erstaunlich. Gott selbst steht vor einem Grab – und weint. Jesus lebte nicht abgeschirmt vom menschlichen Leid. Er kam nicht als eine „geschützte Spezies“, immun gegen Emotionen. Er hat sich ganz auf das Menschsein eingelassen – mit all seinen Freuden, Erfolgen, Sorgen und Gebrechen. Er nahm bewusst teil am echten Leben. Dieser Moment zeigt uns etwas Entscheidendes: Gott sieht unseren Schmerz nicht nur – er fühlt ihn. Was für ein Retter: Einer, der alles weiß. Der den Ausgang kennt. Und der sich trotzdem entscheidet, mitzufühlen. Einer von uns. Einer, der sich solidarisch an unsere Seite stellt. Gerade in der Passionszeit bekommt dieser Vers besonderes Gewicht. Wir gehen auf Karfreitag zu. Auf das Kreuz. Auf das Leiden. Gott bleibt nicht fern vom Schmerz dieser Welt. Er geht hinein. Er trägt. Er leidet mit. Und zugleich bleibt wahr: Jesus ist souverän. Er steht am Grab – und ruft ins Leben. Er fühlt den Schmerz – und besiegt den Tod. Beides gehört zusammen: seine tiefe Empathie und seine göttliche Macht. Die gute Nachricht dieses kurzen Verses lautet deshalb: Es gibt keinen Ort, an dem du allein bist. Kein Tal, das du ohne ihn durchschreiten musst. Keinen Berg, den du ohne ihn erklimmen musst. Er freut sich mit dir. Er leidet mit dir. Er ist der „Ich-bin-da“ in Person. Immer an deiner Seite. „Jesus weinte.“ – zwei Worte. Und doch ein ganzer Himmel voller Trost. Viola Liebern |
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