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Monatsandacht Januar 2026

Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit
ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit
ganzer Kraft. 

 5. Mose 6, 5

Manche Dinge machen wir im Leben gern „halb“. Ein halber Einsatz beim Sport. Halbe Aufmerksamkeit beim Zuhören – weil man mit den eigenen Gedanken noch ganz woanders ist oder vielleicht auch, weil das Handy in der Nähe liegt. Und manchmal auch halbe Liebe: ein bisschen ja, aber bitte nicht zu viel. 

Die Bibel ist an dieser Stelle erstaunlich klar. Sie sagt nicht: „Liebe Gott, wenn du Zeit hast.“ Nicht: „Liebe Gott, solange es sich gut anfühlt.“ Sondern: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit all deiner Kraft.“ Das klingt anspruchsvoll – und ist doch eine Einladung.

Wenn die Bibel vom Herz spricht, meint sie mehr als Gefühle. Im biblischen Denken ist das Herz der Ort, an dem wir denken, entscheiden und unseren Willen ausrichten. Das Herz fragt: Worauf vertraue ich? Was ist mir wirklich wichtig? Nach welchen Maßstäben lebe ich?
Gott von ganzem Herzen lieben heißt deshalb: Ihm zu vertrauen, sich an ihm zu orientieren, Entscheidungen im Licht seiner Liebe zu treffen – nicht nur aus dem Bauch heraus, sondern mit Haltung und Überzeugung.

Die Seele meint in der Bibel den Lebensatem. Sie steht für unser ganzes Sein, unsere Persönlichkeit, unser Ich. Gott mit ganzer Seele zu lieben heißt, ihm nicht nur einen Teil unseres Lebens hinzuhalten, sondern unser ganzes Leben. Mit dem, was gelungen ist, und mit dem, was offen geblieben ist. Mit unseren Fragen, unseren Hoffnungen und auch unseren Grenzen. Gott liebt uns nicht stückweise – und er lädt uns ein, ihm nicht stückweise zu begegnen.

Und schließlich spricht die Bibel von der Kraft. Damit ist nicht nur körperliche Stärke gemeint, sondern alles, was uns zur Verfügung steht: Zeit, Energie, Fähigkeiten, Möglichkeiten, Besitz und Einfluss. Gott mit all unserer Kraft zu lieben heißt, zu fragen: Was habe ich – und wie kann es zum Guten dienen? Nicht alles für Gott aufzubrauchen, sondern bewusst einzusetzen, im Vertrauen darauf, dass nichts davon verloren ist.

Diese Worte fordern keine perfekte Liebe. Aber eine ganze. Keine halbherzige, keine beiläufige, keine Liebe nur nebenbei. Sondern eine Liebe, die unser Herz, unser Leben und unser Handeln umfasst.

Und vielleicht liegt genau darin die gute Nachricht: Gott wartet nicht darauf, dass wir mehr werden. Er lädt uns ein, ganz da zu sein. Ich lade Euch und Sie ein, dieses Jahr keine halben Sachen zu machen. Lasst uns Gott lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit all unserer Kraft.

Viola Liebern

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